Dakar 2015 - Das unerwartete Aus

14 January 2015

Matthias muss nach den Strapazen der letzten Tage – mit einzelnen überlangen Tagen und extrem kurzen Nächten, der fordernden Marathonetappe, dem schweren Sturz von gestern und der ständig extremen Temperatur- und Höhenunterschiede –  heute auf dem 520 Kilometer langen Verbindungsstück zum Start von Etappe 10 aus gesundheitlichen Gründenleider vier Etappen vor Schlussabstellen.

Teammanager Alex Doringer während der Etappe: „In der Früh klagte er schon über Probleme mit dem Magen, kämpfte sich aber tapfer 300 Kilometer bis zur Grenze nach Argentinien, obwohl er sich währenddessen mehrmals übergeben musste. Er war dann in ärztlicher Behandlung und fuhr im Medical-Van ins Ziel. Wir sind alle froh, dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht und verdammt stolz auf das, was er geleistet hat!“

Matthias : „Schade, es wäre aber echt nicht mehr gegangen. Ich bin nur mehr auf dem Motorrad draufgelegen – total kraftlos, 100 Ruhepuls und Schüttelfrost. Leider hingen die Tage mit den Problemen noch nach und ich war ziemlich dehydriert.“

Heinz: „Da heute und morgen ja die zweite Marathonetappe ist, gestaltet sich der Kontakt zum Matthias etwas schwierig. Die Fahrer haben ihr Ziel nämlich in Salta, wo auch der Matthias erstmals hin transportiert wird. Die Teams sind in der Nähe, aber wo anders stationiert, da diese den aktiven Piloten ja keine Hilfe leisten dürfen. Leider können auch solche Erfahrungen zum Lernprozess der Dakar gehören, wir wünschen dem Matthias aber auf diesem Weg schon mal alles Gute!“

Auch heute erreicht uns wieder eine Nachricht von Matthias, er ist immer noch sehr enttäuscht und es geht ihm auch gesundheitlich noch nicht viel besser.

„Schade, es wäre aber echt nicht mehr gegangen. Ich bin nur mehr auf dem Motorrad draufgelegen – total kraftlos, 100 Ruhepuls und Schüttelfrost. Leider hingen die Tage mit den Problemen noch nach und ich war ziemlich dehydriert. Bei der letzten Etappe ist es mir in der Früh schon ziemlich schlecht gegangen, ich hatte extreme Magenkrämpfe, Durchfall und fühlte mich sehr schwach. Ich habe schnell gemerkt, dass irgendetwas nicht ganz stimmt und ich nicht voll bei der Sache bin. Vielleicht weil es mir gestern bei Kilometer 300 den Trinkrucksack beim Sturz zerrissen hat und ich zweieinhalb Stunden ohne Wasser gefahren musste und dabei ziemlich dehydriert bin.

Ich habe dann in der Verbindungsetappe alles probiert. Wir sind bis auf 5000 Meter hochgefahren wo ich bei minus sieben Grad Schüttelfrost bekommen habe. Ich habe gemerkt, dass es nicht wirklich einen Sinn macht, dafür ist das Risiko einfach zu groß. Ein Arzt hat mich dann untersucht, ich hatte 100 Ruhepuls und habe jetzt 39 Grad Fieber und extreme Gliederschmerzen. Ich weiß zwar nicht genau warum und wieso, aber ‚gschießn gschmissn‘ hätte ich gesagt, oder einfach blöd gelaufen. Jetzt kann man es nichts mehr dran ändern.

Ich habe aber einige Highlights setzen können und an manchen Tagen ist es mir richtig gut gegangen. Die Dakar ist nicht umsonst die härteste Langstreckenrally der Welt und das habe ich jetzt am eigenen Leib erfahren dürfen. Ich nehme aber sehr viele positive Eindrücke mit und die überwiegen auch. Es ist halt Schade, dass es jetzt so endet, aber bestimmt besser als würde ich in Trance fahren, stürzen und mich ernsthaft verletzen. Es ist mir echt nicht leicht gefallen abzustellen und die eine oder andere Träne ist schon untergelaufen. Ich habe aber alles gegeben und freue mich jetzt schon auf Zuhause. Schauen wir was die Zukunft bringt!“

Zurück

Sponsoren Matthias Walkner