Rally World Champion 2015

11 November 2015

Matthias im Interview mit Red BULL

Damit hat nicht einmal Matthias Walkner selbst gerechnet: Gleich in seiner ersten Rallye Raid-Saison hat er den WM-Titel geholt. Wir haben den KTM-Rider zum ersten Weltmeister-Interview gebeten, um mit dem Salzburger über das Navigieren in der Wüste, körperliche Durchhänger und seinen persönlichen Champion-Song zu reden – und um sein nächstes Ziel abzuklären: die legendäre Rallye Dakar!

 

Du hast den WM-Titel gleich in der Rookie-Saison geholt. Wie würdest du deine Leistung selbst einschätzen?

Puh, ja stimmt, hört sich echt schräg an... Da das Rallyefahren bzw. das Navigieren sehr viel mit Erfahrung zu tun hat, war es für mich selbst auch umso überraschender. Ich denke, dass ich – bis auf Marc Coma, der ja seine Karriere beendet hat – der konstanteste Fahrer war, der die wenigsten Fehler gemacht hat und der unterm Jahr am meisten an sich gearbeitet hat.

 

Du bist jetzt zweifacher Weltmeister: 2012 hast du den MX3-Titel geholt, 2015 den Rallye Raid-Titel. Was ist für dich der Unterschied?

2012 wollte ich das Ding unbedingt holen und habe die ganze Saison hinweg eigentlich geführt. Mit dem Rallye-Titel 2015 habe ich echt NIE gerechnet. Dass es bis zum Schluss so spannend war und dann so gut für mich ausgegangen ist, ist natürlich der absolute Wahnsinn.

 

Was war für dich 2015 das härteste Stück Arbeit auf dem Weg zum Erfolg?

Meine Fehler zu finden bzw. herauszufinden, warum ich mich hier und dort verfahren habe. Und: eine Trainings-Location in Österreich zu finden, wo ich das Navigieren trainieren kann. Das ist gar nicht so einfach.

 

Und was war der schönste Moment in der Saison 2015?

Ganz klar die letzte Etappe in Marokko. Wobei der Etappensieg am dritten Tag der Dakar gleich danach kommt.

 

Ohne Team kannst du nicht gewinnen. Aber spielen auch die Team-Kollegen eine Rolle – oder seid ihr auf der Strecke alles Einzelkämpfer?

Ja, ohne einem starken Team und einem Top-Bike geht sicher nichts. Aber jeder Fahrer ist auf der Strecke auf sich alleine gestellt. Es wird hart, aber fair gekämpft! Natürlich würden wir uns gegenseitig helfen, wenn jemand ein Problem hat, das steht außer Frage. Meine Teamkollegen sind jedenfalls alle mega mega cool. Speziell der Fight mit Pablo Quintanilla in Marokko war Hammer! Wir haben uns gegenseitig auf ein anderes Level gepusht und sind trotzdem bis zum Schluss richtig gute Freunde geblieben, wo jeder den anderen respektiert.

 

Wieviel Prozent deiner möglichen Leistung musst du während einer Etappe abrufen, um vorne dabei zu sein?

Also vom Speed her würde ich sagen 95%, wobei die 100% beim Rallyefahren sehr schnell gefährlich werden können. Bei der Navigation ganz klar 100%, das heißt, wenn ich mich einmal verfahre, ist der Etappensieg mit Sicherheit nicht drin. Dafür ist das Niveau zu hoch.

 

Erklär uns doch bitte, was bei der Rallye-Navigation die große Herausforderung ist. Bei den Navis im Auto ist das ja gar nicht so kompliziert...

Wir haben eine durchgehende Papierrolle mit rund 300 bis 500 Wegpunkten und fahren in der Wüste nur nach Kompass. CAP 231 bedeutet z.B. Kurs südwestlich, das ganze über Dünen auf 10 Kilometer Distanz. Dabei die Spur zu halten, ist nicht einfach, weil man ja null Anhaltspunkte hat und die Wege nicht einmal sieht, weil sie ausgetrocknet oder unbefahrbar sind. Und das ganze bei Höchstgeschwindigkeiten.

 

Was war der wichtigste Satz, den dir dein Mentor Heinz Kinigadner für die Karriere mitgegeben hat?

Vielleicht nicht der wichtigste, aber der schönste: „Geh da raus und schätze dich glücklich, das machen zu dürfen, was dir am meisten Spaß macht.“ (Loket 2010 bei der MX1-WM)

 
 

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Posted by Matthias Walkner on Donnerstag, 22. Oktober 2015

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