Vor der letzten Etappe der Rallye Dakar 2019

Dakar 2019 Matthias Walkner vor dem letzten Tag. Sunset Rallye Riders in the desert.

 

Etappe 9:

Es war wieder ein sehr langer Tag und ich bin echt froh, dass er vorbei ist.

Mein Sprunggelenk vom Sturz am Marathon-Tag tut schon so extrem weh, dass ich nur noch froh bin, wenn es morgen vorbei ist.

Das Tempo war heute höher als ich erwartet hatte. Wir haben uns vorne abgewechselt. Wir sind dann in die Berge gekommen mit viel „fesh-fesh“ Sand und wieder extrem dichten Nebel. Die Sicht war gleich null und es wurde brutal gefährlich. Bei Kilometer 200 war es ein wenig chaotisch da wir einen Wegpunkt nicht finden konnten. Es ist dann wirklich schwierig: fahre ich alleine weiter und dorthin wo ich glaube, dass er ist, oder bleibe ich bei meinen Konkurrenten?!

Ich habe ihn dann als Erster gefunden und bin losgefahren. Die Anderen haben dies relativ schnell erkannt und sind mir gefolgt. Wir sind dann wieder gemeinsam gefahren. Bei Kilometer 280 ist Van Beveren einen ganz anderen CAP gefahren, um 20 Grad zu weit rechts wie das Roadbook angezeigt hatte. Ich dachte mir nur, dass er vielleicht mehr weiß als wir und er will die gerade Linie nehmen. Der Wegpunkt ist jedoch nicht aufgegangen. Niemand wusste wo wir sind, inmitten der hohen Dünen haben wir dann herumgesucht. Du kannst wirklich neun Tage eine super Dakar abliefern, aber wenn du nur einen Wegpunkt nicht findest, kann alles mit einem Schlag vorbei sein. In diesen Momenten die richtige oder falsche Entscheidung zu treffen – das alles war heute brutal stressig für mich. Der Wegpunkt ist dann aber aufgegangen. Zusammen mit Cornejo bin ich vorausgefahren, Price und Quintanilla haben uns noch eingeholt und wir sind alle gemeinsam ins Ziel.

Vom Motorrad wird bei diesen Bedingungen auch wirklich alles abverlangt. Ich habe eine gute Ausgangsposition für morgen und ein Podium wäre echt cool.

Aber wie wir jeden Tag immer wieder sehen, es kann bis zum Ende etwas passieren.

Noch einmal reinbeißen und dann freue ich mich sehr wenn es vorbei ist.

Vielen Dank euch allen daheim!

Hiasi

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